"In konsequenter Weiterverfolgung unserer Mitgliederumfrage, deren Ergebnisse repräsentativ sind sowie den von Mitgliedern und Gremien des CDU-Kreisverbandes auf den Weg gebrachten Vorschlägen und Forderungen zur künftigen Ausrichtung der CDU in Baden-Württemberg geht es jetzt an die Umsetzungsphase. Mit der Zukunftsoffensive des CDU-Kreisverbandes Böblingen, die wir auch in die Landespartei einbringen und damit deren Bemühungen unterstützen und ergänzen, möchten wir erreichen, daß die CDU ein unverwechselbares Profil erhält. Wir wollen viel bewegen und dort, wo es notwendig ist, auch verändern." Darauf weist der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach bei derzeit laufenden Basis- Veranstaltungen seiner Partei hin.
 
Auf der Grundlage der von den Mitgliedern des CDU-Kreisverbandes gewünschten und vorgegebenen "Marschrichtung", die für ihn absolut verbindlich sei, setze die CDU-Zukunftsoffensive auf drei Säulen: Erstens die programmatisch-inhaltliche Ausrichtung der Landespartei, zweitens eine strukturell-organisatorische Überarbeitung und Neugestaltung sowie drittens die Gewinnung neuer Mitglieder. Er freue sich darüber, daß diese notwendige strategische Zielsetzung bereits in einem Zehn-Punkte-Katalog enthalten sei, den ein Kreisparteitag in Böblingen bereits im vergangenen Jahr verabschiedet habe und der danach vom CDU-Landesparteitag in Ludwigsburg angenommen worden sei. Der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Winfried Mack, der die Arbeitsgruppe Zukunftswerkstatt des CDU-Landesvorstandes leitet, habe ihm dieser Tage bestätigt: "Mit dem Zehn-Punkte-Papier Ihres Kreisverbands haben Sie im Prinzip schon im letzten Jahr eine wichtige Vorarbeit geleistet".

Diese Überlegungen würden nun ab April in die Arbeit der AG Zukunftswerkstatt einfliessen. Das sei ebenso zu begrüssen wie Tatsache, daß auch die im Zehn-Punkte-Papier angesprochenen finanziellen Fragen nun konkret angegangen würden. Er sei vor zwei Tagen in die vom Präsidium des Landes-CDU eingesetzte Arbeitsgruppe Finanzen berufen worden, die Vorschläge für eine Strukturreform zur Finanzierung des CDU-Landesverbandes erarbeiten soll. "Das entspricht voll den Intentionen des CDU-Kreisverbandes Böblingen, seiner Mitglieder und Gremien", betont der CDU-Kreisvorsitzende.
 
Die programmatisch-inhaltliche Ausrichtung beginne mit dem Diskussions-Kreisparteitag am 17. März in Hildrizhausen. Hier werde das soben vorgelegte Energiekonzept der CDU-Landesfraktion schwerpunktmässig behandelt. An dem Konzept habe der energiepolitsiceh Sprecher der Fraktion, der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth maßgeblichen Anteil gehabt. "Wir wollen gerade auf dem wichtigen und entscheidenden Energiesektor die Handschrift der CDU deutlich machen."
 
Aktiviert werde der Arbeitskreis Europa des CDU-Kreisverbandes Böblingen unter Leitung von Marc Weber. In der gegenwärtig schwierigen Situation wolle man deutlich machen, daß Europa eine Zukunft habe und die CDU sich hier der Verantwortung stelle. Schon in den nächsten Tagen und Wochen werde dies deutlich werden. Heubach unterstrich in diesem Zusammenhang die tiefe Verankerung des europäischen Gedankens gerade im CDU-Kreisverband Böblingen.
 
Entscheidend für das Überleben der CDU als Volkspartei werde die Gewinnung neuer Mitglieder sein. Dabei setze er auf den Erfolg der CDU-Zukunftsoffensive und die Tatsache, daß künftig auf allen Ebenen die Mitglieder "das Mass aller Dinge" seien. "Bei uns im CDU-Kreisverband Böblingen ist es schon seit langen Jahren eine pure Selbstverständlichkeit, daß die Entscheidungsprozesse von unten nach oben verlaufen und nicht umgekehrt." Wie keine andere Partei könne die CDU ferner auf ein breites Spektrum von Vereinigungen zurück greifen, das von der Schüler-Union bis zur Senioren-Union reiche.
 
Der CDU-Kreisvorsitzende erwartet, daß die Grundlage für eine "Neuausrichtung und notwendige Nachjustierung" der Partei - "unsere Grundwerte stehen nicht zur Disposition" - bis zur Sommerpause abgeschlossen sei. Danach werde er nach zehnjähriger Tätigkeit bei den turnusmässigen Wahlen zum Kreisvorstand sein Amt in andere Hände legen. "Ich habe nur dieses eine Ehrenamt in der CDU - beim JU-Kreisverband Böblingen bin ich außerdem Kassenprüfer - und sonst keines. Ämterhäufung war nie man Ding. Die zurück liegenden zehn Jahre waren für mich zehn erfüllte, wunderschöne Jahre; das Ehrenamt des Kreisvorsitzenden etwas ganz besonderes. Ein wirklicher Traumjob. Es sind weit über 1 000 Termine, Veranstaltungen, Sitzungen usw. gewesen, die ich in dieser Zeit mit Freude wahrgenommen habe. Immer getragen vom Vertrauen der Mitglieder. Das war meine Kraftquelle."  Er sei weder amtsmüde noch spiele das Alter eine Rolle, vielmehr sei es sinnvoll, nach zehn Jahren einen Wechsel vorzunehmen. Jedes Amt sei ein Amt auf Zeit. Als "leidenschaftlicher  politischer Mensch" werde er jedoch weiterhin aktiv bleiben.