Die CDU in Gärtringen und im Kreis Böblingen trauert um Robert Hering, der im Alter von 94 Jahren in die Ewigkeit abberufen worden ist. Der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach würdigte den Verstorbenen als einen tapferen, aufrechten Mann und vorbildlichen Kameraden und Menschen.
 
Robert Hering habe sich in der Aufbauphase der CDU in seiner damaligen Heimatgemeinde Gärtringen sowie im Landkreis Böblingen bleibende Verdienste erworben. Konsequent und überzeugend sei er für die Prinzipien der Partei und die freiheitlich-demokratische Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland eingetreten. Als Nachfolger von Dr. Friedrich Freiherr von Gärtringen habe Robert Hering den CDU-Gemeindeverband Gärtringen von 1976 bis 1981 erfolgreich geführt und danach das Amt des Vorsitzenden in die Hände von Hans-Karl Schurer gelegt, der es nahezu drei Jahrzehnte lang inne hatte. Die inzwischen zu einer guten Tradition gewordenen Neujahrsempfänge der Gärtringer CDU, die im Leben der über 11 000 Einwohner zählenden Gemeinde einen festen Platz einnehmen, gingen auf seine Initiative zurück. Denn den ersten Neujahrsempfang, zunächst noch für die örtlichen CDU-Mitglieder gedacht, organsierte Robert Hering zusammen mit seiner Frau in seinem Gärtringer Privathaus. 

Geschichte habe Robert Hering in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945 geschrieben, als er als Kommandant des Flottentorpedobootes "T 36" zusammen mit seiner Mannschaft 564 Menschen das Leben rettete. In jener Nacht habe sich die größte Katastrophe der Seefahrt ereignet, als ein sowjetisches U-Boot die mit über 10 000 Flüchtlingen beladene "Wilhelm Gustloff" in der Ostsee auf Höhe von Stolpmünde versenkte. Über 9 000 Menschen - fast ausschliesslich Kinder und Frauen - seien dabei bei einer Außentemperatur von minus 20 Grad grauenvoll ums Leben gekommen. Kapitänleutnant Robert Hering, damals 26 Jahr alt, habe auf dem Torpedoboot "T 36" sein erstes Kommando übernommen. Das Boot sei erst im Dezember 1944 in Dienst gestellt worden. Selbst noch von dem sowjetischen U-Boot, das die "Gustloff" versenkte, unter Beschuss genommen sei es Hering nicht nur gelungen, den abgefeuerten Torpedos auszuweichen, sondern durch das Abwerfen von Wasserbomben das sowjetische U-Boot auch von weiteren Angriffen abzuhalten. Hering habe in jener Nacht mit seiner Crew Unglaubliches geleistet und die 564 Geretteten in seinem völlig überfüllten Boot in Sassnitz sicher an Land gebracht, erklärt Heubach. Erst im Jahr 2002 habe der "Spiegel" unter der Überschrift "Die verdrängte Tragödie" über das furchtbare Geschehen in der Pommerschen Bucht berichtet. "Robert Hering hat sich nie als Held betrachtet oder gefühlt und fast nie darüber gesprochen. Geprägt und begleitet hat ihn diese Tragödie in der Ostsee, die in Worten nicht zu fassen ist, sein ganzes Leben lang", sagt Wolfgang Heubach, der selbst einen Teil seiner Familienangehörigen bei der Versenkung der Gustloff verloren hat. - Robert Hering wird seine letzte Ruhestätte auf See finden.