Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag über eine Änderung des Transplantationsgesetzes beraten, mit der die Zahl der Organspender erhöht werden soll. Demnach sollen die Krankenkassen in regelmäßigen Abständen ihre Versicherten anschreiben und über die Organspende informieren und zur Abgabe einer freiwilligen Erklärung auffordern. Dies soll erstmalig schon in diesem Jahr, ein weiteres Mal in zwei Jahren und nach der Aufforderung im Jahr 2017 alle fünf Jahre geschehen.

Der Böblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger unterstützt diese Änderung und wirbt für die Organspende: "In Deutschland warten derzeit 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, das Leben retten kann." Dabei mangele es nicht an der Spendebereitschaft, so Binninger. Aus Umfragen gehe hervor, dass 75 % der Bevölkerung bereit sind, nach ihrem Tod ein Organ zu spenden. Dies hätten aber nur 25 % schriftlich dokumentiert. "Diese Lücke müssen wir schließen. Dazu muss besser informiert und die Abgabe einer Erklärung erleichtert werden. Wichtig ist, dass es hier keinen Zwang gibt, sondern dass jeder freiwillig entscheiden kann", betonte der CDU-Abgeordnete, der selbst seit vielen Jahren einen Organspendeausweis hat.

Der Entwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes, der breite Zustimmung im Bundestag findet, sieht außerdem vor, dass Behörden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen - zum Beispiel Reisepass oder Führerschein - Informationen zur Organspende ausgeben. Außerdem sollen für die Zukunft Lösungen entwickelt werden, um die Entscheidung der Versicherten zur Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte speichern zu können.