Die Ärzteversorgung im Landkreis Böblingen ist derzeit sichergestellt. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine „Kleine Anfrage“ der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz und Paul Nemeth hervor. In jeder Gemeinde des Landkreises gebe es mindestens eine Hausärztin bzw. einen Hausarzt. Bei allen Facharztgruppen liege der Versorgungsgrad bei über 100 Prozent. „Damit ist der Landkreis Böblingen aktuell gut aufgestellt“, so die CDU-Landtagsabgeordneten.

Die Altersstruktur der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ist laut Auskunft der Landesregierung im Landkreis Böblingen besser als im Landesdurchschnitt. Nur 25 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte seien 60 Jahre und älter. Der Landesdurchschnitt liege bei 28 Prozent. „Mittel- und langfristig wird auch der Landkreis Böblingen von der Nachwuchsproblematik betroffen sein. Durch die verhältnismäßig gute Altersstruktur haben wir aber ausreichend Zeit, die notwendigen Weichenstellungen vorzunehmen“, erläutert Paul Nemeth. Zu erwarten sei, dass von 88 Hausärztinnen und Hausärzten, die bis 2020 altershalber ausscheiden werden, voraussichtlich 25 keine Praxisnachfolge finden werden.

 

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg plane, durch eine Gebietsreform die Anzahl der Notfalldienst pro Arzt zu reduzieren. „Die Beanspruchung durch Notfalldienste ist speziell im ländlichen Raum für die Niederlassung von jungen Medizinern ein entscheidendes Kriterium“, weiß Sabine Kurtz. Sie hat sich im vergangenen Sommer persönliche Eindrücke von der Arbeit einer Landärztin verschafft, indem sie eine Bondorfer Allgemeinärztin einen Tag lang begleitete.

 

„Damit auch in Zukunft in allen Regionen genügend Ärztinnen und Ärzte für eine wohnortnahe medizinische Versorgung zur Verfügung stehen, wurden bereits in der Vergangenheit vielfältige Maßnahmen ergriffen“, so Sabine Kurtz und Paul Nemeth. So habe die CDU-geführte Landesregierung im November 2010 ein Zehn-Punkte-Aktionsprogramm beschlossen. Dieses sah u.a. eine finanzielle Unterstützung von Einrichtungen zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und eine gezielte Nachwuchsförderung im Bereich Humanmedizin vor. Zudem sollten Anreize für eine Niederlassung von Nachwuchsärzten geschaffen worden. Das Aktionsprogramm nahm besonders junge Ärztinnen in den Blick, denen die Vereinbarkeit ihres Berufs mit einer Familie erleichtert werden muss.

 

Eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung in unterversorgten Gebieten sei auch das Ziel des zum 1. Januar 2012 in Kraft getretenen „Landarztgesetzes“ (Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung) der CDU-geführten Bundesregierung. Es ermögliche u.a. eine flexible Bedarfsplanung, gebe Anreize im Vergütungssystem und fördere mobile Versorgungskonzepte wie z.B. die Bildung von Zweigpraxen.

 

„Hausärzte kennen meistens ihre Patienten und deren Lebensumstände sehr genau. Sie können Beschwerden und Krankheiten richtig einordnen und umfassend behandeln. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch in Zukunft in möglichst allen Gemeinden niedergelassene Ärzte haben“, betonen die CDU-Landtagsabgeordneten.

Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten begrüßen die Aktivitäten, die der Landkreis Böblingen auf diesem Feld entwickelt. Beispielsweise ist für Mitte April eine erste Gesundheitskonferenz im Landratsamt geplant. „Wir halten es für eine zentrale Aufgabe aller politischen und fachlichen Ebenen, die Rahmenbedingungen für die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten zu verbessern, damit dieser wichtige Beruf für junge Menschen attraktiv bleibt“, so Sabine Kurtz und Paul Nemeth. „Wir werden uns auch in Zukunft für die berechtigten Belange der Ärztinnen und Ärzte sowie für eine umfassende Ärzteversorgung im Landkreis Böblingen einsetzen.“