Vor dem Gespräch mit dem energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Paul Nemeth MdL, empfing der Direktor beim Landtag von Baden-Württemberg, Hubert Wicker, den Sonderbotschafter der Tschechischen Republik für Energieversorgungssicherheit, Vaclav Bartuska, in Begleitung von Botschaftssekretär Dr. Thomas Ehler.

Der energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Paul Nemeth MdL, traf sich mit dem Sonderbotschafter der Tschechischen Republik für Energieversorgungssicherheit, Vaclav Bartuska, zum gegenseitigen Austausch.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Energiewende in Deutschland und Baden-Württemberg und ihre Auswirkungen auf die Energieversorgung in Europa. Bartuska zeigte sich überzeugt davon, dass Deutschland die Energiewende schaffen werde. „Sie haben den politischen Willen, den Rückhalt in der Bevölkerung, das Know-How und die Wirtschaftskraft, um diese Aufgabe zu stemmen.“ Die Energieversorgung in der Tschechischen Republik wird derzeit zu 66 % Kohle aus Kohle, zu 30 % aus Kernenergie und zu gut 4 % aus Wasserkraft gewährleistet.

Um die Klimaschutzziele der EU zu erreichen, will die Tschechische Republik auch den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung erhöhen und setzt dabei auf ein ähnliches Modell wie das deutsche EEG. Die Kosten dafür lägen in Tschechien mit 1,8 Milliarden Euro bei 10 Millionen Einwohnern in der Relation auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland, so Botschafter Bartuska.

Paul Nemeth betonte die europäische Komponente des Energiekonzepts der CDU-Landtagsfraktion. „Wir wollen, dass die erneuerbaren Energien dort zum Einsatz kommen, wo sie am effizientesten sind. Wir wollen Windenergie im Norden, Sonnenenergie im Süden und Wasserkraft in den Mittelgebirgen erzeugen, da so die Strompreise niedrig bleiben und die Versorgungsicherheit in Verbindung mit einem Ausbau von Netzen und Speichern im europäischen Maßstab am besten gewährleistet werden können.“ Auch Botschafter Bartuska hält den Netzausbau und insbesondere den Ausbau der Netzknoten zwischen den europäischen Nationalstaaten für eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre. Nemeth betonte weiter, dass die Energieversorgung nicht in der Planwirtschaft enden dürfe. Der Energiemarkt der Zukunft müsse sich an den Kriterien der sozialen Marktwirtschaft orientieren und schlussendlich zu einem europäischen Binnenmarkt weiterentwickelt werden. Auch hier stieß er beim tschechischen Sonderbotschafter auf offene Ohren. So hatte Bartuska während der europäischen Ratspräsidentschaft der Tschechischen Republik während der Gasversorgungskrise als Verhandlungsführer der EU mit Russland verhandelt. „Wenn wir bei der Energieversorgung in Europa zusammenarbeiten, können wir wesentlich unabhängiger von Rohstofflieferanten werden und langfristig unseren Wohlstand sichern“, waren sich Bartuska und Nemeth einig.