Am 80. Geburtstag von Heinrich Sehne hatte der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach im Beisein des Landtagsabgeordneten Paul Nemeth, der herzliche Grüsse der CDU-Bundesvorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel überbrachte, den Jubilar mit der Silbernen Dankmedaille, der höchsten Ehrung der CDU Deutschlands, ausgezeichnet. Unser Bild zeigt von links: Paul Nemeth, Ruth und Heinrich Sehne sowie Wolfgang Heubach.

"Als Persönlichkeit, dessen Lebenswerk einzigartig ist", würdigte Wolfgang Heubach in einem Nachruf den im 81. Lebensjahr überraschend verstorbenen Heinrich Sehne aus Ehningen. Heubach hatte bei der Beisetzung als alter Ehninger, Weggefährte und Freund im Namen aller Vereine und Organisationen, denen Heinrich Sehne angehörte, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Familienunternehmens sowie für die Gemeindeverwaltung Ehningen gesprochen.
 
"Schon als Kind musste Heinrich Sehne in leidvoller Weise erfahren, welches Unheil Krieg, Verfolgung und Vertreibung über die betroffenen Menschen bringen. Er, dessen Liebe zu seiner Heimat, der Batschka, tief in seinem Herzen eingebrannt war und nie verlöschte, erfuhr bereits in jungen Jahren, was es heisst, heimatlos zu sein. Was es heisst, aus dem Land seiner Eltern und Vorfahren verjagt und vertrieben zu werden. Er hat dies immer als Unrecht empfunden und dennoch liess er sich später nicht entmutigen und beirren, Brücken zu bauen. Gerade weil er wusste, auf was es ankommt, um für eine Gesellschaft die Grundlagen dafür zu schaffen, damit die Menschen in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und sozialer Verantwortung ihr Leben bestimmen und gestalten können. Seine donauschwäbischen Wurzeln hat man trotz allen schrecklichen Geschehens nicht ausreissen können. Aus diesem Grunde fühlte sich Heinrich Sehne verpflichtet, alles zu tun, um das reiche Kulturgut seiner Heimat zu bewahren und an kommende Generationen weiter zu geben. Er hat deshalb zu recht einmal das Wort geprägt: Um Gegenwart und Zukunft gestalten zu können, muss man die Vergangenheit kennen. Oder anders ausgedrückt: Um zu wissen, wohin man will, muss man wissen, woher man kommt", erklärte Heubach.

Es sei wohl eine Fügung gewesen, dass Heinrich Sehne den Beruf des Bäckers erlernte, die Meisterprüfung ablegte und vor 55 Jahren dann einen eigenen Betrieb gründete, sich selbständig machte. "Der Beruf war ihm auf den Leib geschnitten. Denn das Brot gilt als Inbegriff des menschlichen Lebens schlechthin. So heisst es beispielsweise in einem altüberlieferten Spruch: Wo viele Menschen beisammenwohnen, trägt der, der ihnen das Brot beschafft, eine grosse Verantwortung.Oder denken wir an die Bitte im Vaterunser Unser taegliches Brot gib uns heute . . ."
 
Für Heinrich Sehne bedeutete dies deshalb die persönliche Verpflichtung, Brot und alle anderen Backwaren auf der strengen Grundlage naturnaher Produkte herzustellen. Er wollte gerade hier im Einklang mit der Natur sein und trug deshalb auch im weitestgehenden Sinne Albert Schweitzers dazu bei, die Schöpfung zu bewahren, Erfurcht davor zu haben. Dass er und sein inzwischen weit über den Kreis Böblingen hinaus auch in Region und Land bekannte und geachtete Unternehmen damit Erfolg hatten, beweise die Tatsache, dass die Familienbäckerei Sehne seit einem Viertel Jahrhundert bei den DLG- Qualitätsprüfungen mit Bronze, Silber und Gold ausgezeichnet werde.
 
Eine weitere Maxime Heinrich Sehnes hiess: Dienen kommt vor dem Verdienen. Er habe sich in seiner ihm eigenen Bescheidenheit immer zuerst als Dienender gesehen. "Er war da, wenn er gebraucht worden ist. Niemand, der ein Anliegen hatte, ist jemals mit leeren Händen wieder gegangen. Heinrich Sehne besass einfach eine Gabe, wie sie Antoine de Saint-Exupery in seinem wunderschönen Märchen den kleinen Prinzen sprechen lässt: Man sieht nur mit dem Herzen gut."
  
In seiner sehr persönlichen, einfühlsamen und bewegenden Trauerrede sagte Heubach, Heinrich Sehne sei stolz darauf gewesen, daß seine Kinder Gerd mit Ehefrau Brigitte, Irmtraud sowie Ira in seine Fusstapfen getreten seien und die von ihm und seiner Frau Ruth begründete Tradition fortsetzten. Auch die dritte Generation mit sechs Enkeln garantiere das weitere Wachsen, Blühen und Gedeihen der Firma. Heinrich Sehne sei ein hochverehrter Patriarch im besten Sinne des Wortes und treusorgendes Familienoberhaupt auch für seine rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen. Zudem ein Mäzen mit einem großherzigen und verantwortungsbewussten sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Handeln und Wirken.
 
Als politisch hochinteressierter Zeitgenosse, eingedenk auch seines persönlichen Schicksals, sei Heinrich Sehne vor 34 Jahren der Christlich Demokratischen Union beigetreten. Landauf, landab habe er viele Veranstaltungen besucht, wollte zuhören, Meinungen in Erfahrung bringen. "Er tat dies ohne jedwede Scheuklappen oder Voreingenommenheit. Innerlich bewegt war er jeweils beim Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober eines jeden Jahres, einer traditionellen Veranstatung des CDU-Gemeindeverbandes Ehningen und des CDU-Kreisverbandes Böblingen. Es war so etwas wie s e i n Tag."
 
Wolfgang Heubach sagte abschliessend: "Heinrich Sehne war ein Segen für Viele. Wir werden ihn schmerzlich vermissen, aber er wird in unserer Erinnerung weiter leben. Dankbar für sein gesamtes Wirken und Wesen. Wir wissen ihn jetzt in Gottes Hand geborgen. Möge er ihm in reichem Maße vergelten, was er Zeit seines Lebens Gutes auf dieser Welt getan hat. Schliessen möchte ich mit dem Wort unser beider Freundes Prof. Dr. Erich Mühe, der Heinrich Sehne bereits in die Ewigkeit vorausgegangen ist: Wir bleiben auch über den Tod hinaus in Freundschaft und Dankbarkeit verbunden !"