Der Landkreis Böblingen darf nicht abgehängt werden.

 

Die CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz (Leonberg) und Paul Nemeth (Böblingen) kritisieren den Vorschlag der Region Neckar-Alb, die Gäubahn künftig von Horb über Tübingen und Reutlingen an den Flughafen anzubinden. „Damit würde der Landkreis Böblingen komplett von der Gäubahn abgehängt werden. Die Region Neckar-Alb macht Verkehrspolitik zu Lasten des Landkreises Böblingen und der ganzen Region Stuttgart“, empören sich die beiden Abgeordneten.

„Die Anbindung des Wirtschaftszentrums Böblingen-Sindelfingen mit über 100.000 Einwohnern und Arbeitsplätzen sowie Herrenbergs als Verkehrsdrehscheibe des Gäus an die Magistrale Stuttgart – Zürich – Mailand ist für die Wirtschaft in der gesamten Region Stuttgart von hoher Bedeutung“, sind Sabine Kurtz und Paul Nemeth überzeugt. Diese Lebensader dürfe nicht abgeschnitten werden. Die Vorteile, die Städte wie Tübingen oder Reutlingen durch einen Anschluss an die Gäubahn erhielten, würden die wirtschaftlichen Nachteile einer solchen Trasse für ganz Baden-Württemberg nicht einmal annähernd kompensieren.

Die von der Region Neckar-Alb vorgeschlagene Trasse sei von der Bahn bereits vor 10 Jahren mit guten Gründen verworfen worden. Der dazu notwendige Ausbau der Trasse Tübingen-Horb und der Ausbau der Wendlinger Kurve würden einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen. Die Fahrstrecke von Horb zum Flughafen würde sich um 30 Kilometer auf 87 Kilometer verlängern, die Fahrzeiten wären rund 20 Minuten länger. „Kein vernünftiger Mensch würde sich so viele Nachteile für so viel Geld erkaufen“, ist das einhellige Urteil der CDU-Landtagsabgeordneten.

„Wir fordern die Region Neckar-Alb auf, ihren unvernünftigen Vorschlag zurückzuziehen. Vom Filderdialog erwarten wir, dass die berechtigten Interessen des Landkreises Böblingen und der Region Stuttgart beachtet werden und die Gäubahn über Herrenberg und Böblingen direkt über den Flughafen und die Neubaustrecke zum neuen Stuttgarter Hauptbahnhof weitergeführt wird“, so Kurtz und Nemeth. Schließlich sei diese Trasse Grundlage für die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 gewesen. Deren Ergebnis sei zu respektieren und umzusetzen.

Große Zweifel seien an der Haltung der Landesregierung angebracht. So habe sich Verkehrsminister Hermann laut Zeitungsberichten zumindest offen für die abwegigen Pläne der Region Neckar-Alb gezeigt. „Mit einer Landtagsanfrage wollen wir erreichen, dass auch die Landesregierung klar Stellung bezieht“, kündigen die beiden Abgeordneten an. Es dürfe nicht sein, dass der Verkehrsminister den Landkreis Böblingen im Regen stehen lasse.