Die Vorsitzenden der CDU-Stadtverbände Böblingen und Sindelfingen, Paul Nemeth MdL und Thomas Riesch, regen in einer gemeinsamen Presseerklärung eine strategische Partnerschaft des Landkreises Böblingen mit einer Griechischen Region im Rahmen des Deutsch-Griechischen Netzwerks „Regionen, Städte, Menschen“ an.

„Die Griechen haben sich bei den Parlamentswahlen für einen Reformkurs und den Verbleib im Euro entscheiden. Gerade der Landkreis Böblingen, der vom Export lebt, hat ein hohes Interesse daran, dass der Euro stabil bleibt und Griechenland wieder auf einen Pfad des wirtschaftlichen Wachstums kommt“ so Nemeth und Riesch. Die Krise des Euro und der Europäischen Union sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich nicht nur die Staaten, sondern auch die die kommunale Ebene und die Menschen vor Ort stellen müssten. Auf dieser Ebene könnten am ehesten pragmatische und bürgernahe Problemlösungen erarbeitet werden. Zudem könnten durch einen gegenseitigen Austausch Vorbehalte zwischen Griechen und Deutschen abgebaut werden. „Vor allem können aber auch beide Seiten wirtschaftlich profitieren“, sind Nemeth und Riesch überzeugt.

„Schwerpunkte einer Zusammenarbeit des Landkreises Böblingen mit einer griechischen Region könnten die Bereiche Wirtschaftsbeziehungen, der Austausch von Fachkräften aus den Unternehmen, Bildungs- und Ausbildungspartnerschaften sein. Darin liegt auch eine große Chance für mittelständische Unternehmen aus dem Kreis Böblingen, neue Geschäftsbeziehungen mit Griechenland zu knüpfen“, sind Nemeth und Riesch überzeugt.
Aber auch die Verwaltungsebene könne mit Beratungsangeboten, dem gegenseitigen Austausch von Verwaltungsmitarbeitern oder dem inhaltlichen Austausch zu aktuellen Themen wie dem Ausbau der erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und der Abfallwirtschaft einiges bieten. Anknüpfungspunkte zum kulturellen und politischen Austausch bestünden bereits durch die große griechische Gemeinde in Böblingen und Sindelfingen sowie durch die auch im Landkreis Böblingen aktiven Verbände der Parteien Nea Dimokratia und Passok, die nach den jüngsten Wahlen die Regierung Griechenlands stellen.

Wichtig sei, dass die Angebote zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe führten. „Griechenland ist trotz aller aktuellen Probleme eine Kulturnation, die stolz auf ihre Geschichte sein kann. Auch wir Deutschen haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und können in manchen Dingen von Griechenland lernen“, meinen die beiden CDU-Vorsitzenden.

Das Deutsch-Griechische Netzwerk „Regionen, Städte Menschen“ ist auf Initiative der Deutsch-Griechischen Versammlung, der Bürgermeister, Landräte und Vertreter der Regionen aus Griechenland und Deutschland angehören, entstanden. Der verstärkte Austausch in den Bereichen Verwaltung und Wirtschaft, regionale Partnerschaften und Städtepartnerschaften aber auch der kulturelle Austausch sind die erklärten Ziele der bilateralen Versammlung, die diese Ende 2011 im „Aufruf von Thessaloniki“ formuliert hat. Kommunen, Regionen und Landkreise aus Deutschland und Griechenland können ihre Bereitschaft zur Teilnahme im Netzwerk und konkrete Angebote für die Zusammenarbeit über ein Internetportal (www.grde.eu) anbieten, potentielle Partner können dann darauf zurückgreifen.