Die CDU-Sozialausschüsse (CDA) lehnen die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ab. Die Junge Union  im Südwesten hatte die Rente mit 70 gefordert und sich darüber hinaus gegen die Senkung der Rentenversicherungsbeiträge gewandt. "Die Forderung nach der Rente mit 70 geht an der betrieblichen Wirklichkeit vorbei. Das tatsächliche Renteneintrittsalter liegt bei 63. Wer die Rente mit 70 einführt, schafft Altersarmut, " erklärt der erste stellvertretende CDA Bundesvorsitzende Christian Bäumler. Die Rente mit 70 treffe vor allem Pflegekräfte, Bauarbeiter, Polizeibeamte und Feuerwehrleute.
 
Der CDA Vize fordert, dass Arbeitnehmer nach 45 Versicherungsjahren abschlagsfrei in Rente gehen können: "Die Lebenssituation eines Arbeitnehmers, der mit 17 Jahren in die Lehre geht, ist  eine andere als die eines Arbeitnehmers, der mit 27 von der Uni kommt. Wer 45 Jahre gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat muss ohne Abschläge in Rente gehen können".

Der CDU-Sozialflügel lehnt auch den Verzicht auf die gesetzlich vorgesehene Senkung der Rentenversicherungsbeiträge ab. "Die Senkung der Rentenversicherungsbeiträge ist kein Akt politischer Willkür, sondern ergibt sich aus der gesetzlichen Rentenformel. Nach geltendem Rentenrecht ist der Beitragssatz zu senken, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage die Zahl von 1,5 Monatsbeitragen überschreitet.  Wenn die Beschäftigung sinkt ,steigt der Rentenbeitrag, wenn die Beschäftigung steigt, sinkt er," erklärt der CDA-Vize.
 
Außerdem bleibt, so Bäumler; die Frage unbeantwortet, wo dieses zusätzliche Geld der Beitragszahler angesichts der Unsicherheiten am Finanzmarkt angelegt werden soll. Gesetzliche Rentenrücklagen dürfen nach Meinung des CDU-Sozialflügels, kein Finanzmarkt- oder Spekulationsgeschäft werden.
Die einzige Möglichkeit, den Rentenversicherungsbeitrag angesichts des demografischen Wandels zu stabilisieren, sieht der CDA-Vize in nachhaltigem Wirtschaftswachstum.