Mitglieder der Schüler-Union Böblingen mit der Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz.

Mit einer Führung durch den baden-württembergischen Landtag begann dieser Tage der Ausflug der Schüler-Union Kreisverband Böblingen. Die neun Schüler erhielten dabei einen Einblick in die Aufgaben und die parlamentarische Arbeitsweise der Volksvertretung. Direkt im Anschluss empfing die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Sabine Kurtz, die Nachwuchspolitiker im Plenarsaal. Die Schüler-Union nahm ihre Funktion als jugendpolitische Sprecherin in der vergangenen Legislaturperiode zum Anlass, weil sie ihren Schwerpunkt in der Bildungspolitik hat und damit eine optimale Ansprechpartnerin ist.
In ihrer Einführung kam Kurtz auf die umstrittene Bildungspolitik der Landesregierung zu sprechen. Sie kritisierte die geplante Streichung tausender Lehrerstellen, die im gleichen Atemzug mit der Errichtung dutzender neuer Gemeinschaftsschulen geschehen solle. Die Möglichkeit, der Abgeordneten ihre ganz persönlichen Fragen zu stellen, nutzen die Mitglieder der Schüler intensiv.

Im Dialog mit den Schülern nannte Kurtz den drohenden Niveauverfall in den Gemeinschaftsschulen, der auch der Wirtschaft zu schaffen machen werde, da die geplante individuelle Förderung der Gemeinschaftsschüler durch Lernbegleiter für 15 oder gar 20 Personen pro Klasse nicht realisierbar und grünrotes Wunschdenken sei. Außerdem fehle es an speziell dafür ausgebildeten Lehrkräften sowie angepassten Lehrplänen.
Darüber hinaus machte sie darauf aufmerksam, dass die Unterstützer der Gemeinschaftsschule meist nur von der Förderung leistungsschwacher Schüler sprächen; dabei sei die Förderung leistungsstarker Schüler ebenso wichtig. Überhaupt profitierten leistungsstärkere Schüler weniger von der Vermischung der Schüler, immerhin sei eine Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Auf die Frage hin, was die CDU machen werde, wenn sie 2016 wieder die Regierungsarbeit übernehmen würde, antwortete die Abgeordnete des Wahlkreises 6, dass die Kommunen und Schulen Verlässlichkeit und Kontinuität bräuchten. Deshalb könne man manche Räder nicht einfach so zurückdrehen.
Die Schüler-Union Böblingen wurde vor vier Monaten gegründet, nachdem sich einige Schüler im Landkreis zusammengefunden haben, die der grünroten Bildungspolitik eine Absage erteilen wollten und sich für ihre Interessen stark machen möchten. Bei regelmäßigen Sitzungen und Gesprächen mit Abgeordneten oder Bildungsexperten, informieren sich die Mitglieder über die aktuelle Entwicklung und die Situation der Landespolitik. Die Arbeit der Schüler-Union besteht aber auch darin, andere Schüler über die Defizite der grünroten Bildungspläne aufzuklären und für die Tätigkeit in der Schüler-Union zu werben.