Die Leonberger CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz appelliert an die Städte und Gemeinden, keine vorschnellen Entscheidungen über die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zu treffen. „Ich kann jeder Kommune nur raten, nichts über´s Knie zu brechen und gut zu überlegen, ob die Beantragung einer Gemeinschaftsschule zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist“, so die stellvertretende bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in ihrem Impulsreferat beim Kommunalpolitischen Kongress der CDU-Landtagsfraktion am 21. September 2012 im Landtag in Stuttgart.

Bildungsabbruch statt Bildungsaufbruch
„Die aktuelle Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung ist unausgegoren, hektisch und kurzatmig“, kritisiert Sabine Kurtz. Von vielen Vorhaben, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben waren, hätten Grüne und SPD bereits wieder Abstand genommen. Das grün-rote Wahlversprechen eines Bildungsaufbruchs verkomme angesichts der Streichung von 2.200 Lehrerstellen bis zum Schuljahr 2014/2015 immer mehr zu einem Bildungsabbruch. Anscheinend habe die Denkschrift des Landesrechnungshofs, die zum Ergebnis kommt, dass in den nächsten acht Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung der Schülerzahlen eine Einsparung von bis zu 14.100 Lehrerstellen möglich sei, zu einer abrupten Kehrtwende in der Bildungspolitik geführt.

Für Unsicherheit sorgten auch die langfristigen Auswirkungen des Wegfalls der verbindlichen Grundschulempfehlung. „Ob die von der Landesregierung für Gemeinschaftsschulen eingeforderte Zweizügigkeit auf Dauer tatsächlich erreicht werden kann, ist an vielen Standorten noch fraglich“, so die Leonbergerin.

Forderung nach regionalen Schulentwicklungsplänen
Die CDU-Landtagsfraktion fordert bereits seit längerem von der Landesregierung regionale Schulentwicklungspläne. Diese sollten in regionalen Bildungskonferenzen gemeinsam von allen Akteuren erarbeitet werden. „Schulträger, Schulen, Eltern, Wirtschaft und die Staatlichen Schulämter sollen beteiligt werden, um die zukünftige Bildungslandschaft gemeinsam zu gestalten“, schlägt Sabine Kurtz vor. Schablonen, z.B. im Hinblick auf Mindestschülerzahlen oder die Größe von Einzugsbereichen, lehnt die CDU-Landtagsfraktion ab.

Einen vorschnellen Ausbau der Gemeinschaftsschulen hält die CDU-Landtagsfraktion für falsch. „Solange es keine Schulentwicklungspläne gibt, wäre die Genehmigung der über 100 weiteren Gemeinschaftsschulen fatal und würde eine echte regionale Schulentwicklung blockieren“, warnt Sabine Kurtz.