Der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach sieht die Befürchtungen seiner Partei im Zusammenhang mit der grün-roten Polizeireform in Baden-Württemberg "vollauf bestätigt". Dies erklärte Heubach in der jüngsten Sitzung des CDU-Kreisvorstandes in Böblingen.

"Das was beispielsweise Clemens Binninger, Sabine Kurtz und Paul Nemeth von Anfang an befürchtet haben, ist eingetreten: Hier wird eine so genannte Reform mit der heissen Nadel gestrickt. Denn Tag für Tag wird deutlicher, daß Innenminister Gall seine Pläne auf dem Rücken der Betroffenen durchsetzen will." Heubach fühlt sich dabei unter anderem durch öffentlich bekannt gewordene Klagen des Personalratsvorsitzenden der Böblinger Polizeidirektion bestätigt, die genau in diese Richtung zielen würden.  Der CDU-Kreisvorsitzende wirflt Landesinnenminister Gall vor, in unverantwortlicher Art und Weise mit den Beamtinnen und Beamten umzuspringen. "Herr Gall agiert hierbei nicht als fürsorglicher Dienstherr, sondern als arroganter politischer Gutsherr" betont Heubach. Besonders dreist sei es auch, daß der Innenminister noch immer nicht exakt beziffern wolle oder könne, was diese so genannte Reform die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler kosten werde. Das sei unverantwortlich und lege Zeugnis davon ab, was Grün-Rot unter Bürgernähe wirklich verstehe. Außerdem sei zu befürchten, daß es am Ende nicht mehr, sondern deutlich weniger Beamte etwa im Streifendienst geben werde. Auch dies gehe aus den in den Medien nachzulesenden Äußerungen des Personalratsvorsitzenden hervor.

Nachdrücklich unterstrich Heubach vor dem CDU-Kreisvorstand, daß es der CDU-Kreisverband Böblingen und die CDU-Kreistagsfraktion ("darüber bin ich mir mit Helmut Noe völlig einig") nicht zulassen würden, wenn die so genannte Polizeireform als Probelauf für eine Zerschlagung der Landkreise dienen sollte. "Wir halten an den Landkreisen sowohl in ihrer jetzigen Form als auch ihrer Aufgabenstellung ohne jeden Abstrich fest ! Weil hier die Bürgerinnen und Bürger sicher sein können, daß ihre Interessen in besten Händen liegen. Überschaubare und effektive Landkreise dienen besser den Menschen, als anonyme Mammutgebilde, in denen der Einzelne untergebuttert und zur blossen Nummer wird. Daß dies nicht geschieht, dafür werden wir mit allen demokratischen Mitteln kämpfen."