Der Bundestag hat in dieser Woche eine Änderung des Immissionsschutzgesetzes beraten, mit der der sog. Schienenlärmbonus gestrichen wird. "Wir schaffen damit eine Regelung ab, nach der von Bahnstrecken bisher deutlich mehr Lärm ausgehen darf als etwa von Straßen", betont der Böblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger. In der Praxis bedeute dies, dass neu geplante Bahnstrecken in Zukunft mit besserem Lärmschutz ausgestattet werden müssen.  

Für bestehende Bahnstrecken seien bereits in den letzten Jahren Verbesserungen angegangen worden, so Binninger. Neben dem Lärmsanierungsprogramm betreffe dies insbesondere den Einsatz innovativer Verbundstoff-Bremssohlen, die leiser sind. "Gerade die Güterzüge, die neben der S 6, der S 60 und Fernzügen auf den Strecken im Landkreis fahren, erzeugen beim Bremsen enormen Lärm", betonte der Bundestagsabgeordnete.  

Die Bundesregierung fördere die Umstellung auf leisere Bremsen, indem ab Ende des Jahres lärmabhängige Trassenpreise eingeführt werden. "Damit besteht in Zukunft ein echter Anreiz, Waggons auf lärmmindernde Technologien umzurüsten, weil leisere Züge geringere Entgelte für die Benutzung von Bahnstrecken zu bezahlen haben", so Binninger. Bis 2020 werde der Bund sich außerdem mit einem finanziellen Bonus beteiligen, um die Umrüstung zu beschleunigen, betonte der CDU-Abgeordnete. Insgesamt gibt es nach Auskunft des Verkehrsministeriums 180.000 Waggons in Deutschland, die schrittweise umgerüstet werden können.

Die Einführung lärmabhängiger Trassenpreise und die Abschaffung des Schienenbonus gehört auch zu den zentralen Forderungen von Bürgerinitiativen im ganzen Bundesgebiet. Im Kreis Böblingen hatte sich in der Vergangenheit auch die Arbeitsgemeinschaft Verkehrslärm Region Leonberg (AGVL) dafür ausgesprochen.