"Die Kultur bleibt auf der Strecke und es stellt sich die berechtigte Frage, ob der Südwestrundfunk seinem gebührenfinanzierten Programmauftrag überhaupt noch nachkommt und die Quote wieder einmal das Höchstmass aller Dinge ist." Mit diesen Worten kritisiert der Böblinger CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach die endgültige Entscheidung des SWR-Rundfunkrates, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg von 2016 an zu verschmelzen.

Mit Blick auf das anvisierte Jahr 2016 spricht Heubach von einer "absolut unverständlichen Entscheidung." Es wäre genügend Zeit gewesen, um nach anderen Lösungen zu suchen. Die beiden selbständigen Orchester seien äußerst erfolgreiche und angesehene Klangkörper sowie eine "kulturelle Zierde des Landes-Baden-Württemberg." Es sei aberwitzig zu glauben, durch einen bürokratischen Federstrich daraus ein einziges Orchester "basteln" zu können. "So etwas sieht nur in der Theorie und auf dem Papier gut aus. Jeder weiß, daß es lange Jahre dauern wird, aus zwei Orchestern einen Klangkörper auf gleich hohem Niveau sowie mit einem eigenen künstlerischen Profil wie die beiden jetzigen Orchester zu schaffen. Unsere Kultur verarmt damit weiter, denn alles wird offenbar auf dem Altar reinen Profitdenkens geopfert," erklärt Heubach.

Sehr kritisch sehe er die Entscheidung des Rundfunkrates im Zusammenhang mit dem Programmauftrag des SWR. Rundfunkgebühren würden nicht zuletzt auch deshalb erhoben, um die kulturelle Vielfalt sicher zu stellen, die man nicht in Cent und Euro messen dürfe und beziffern könne. Es gebe bereits mehrere "Sündenfälle" der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten, die den Schluß zuliessen, daß sie sich immer weiter von ihrem eigentlichen Programmauftrag entfernen und in direkte Konkurrenz zu privat finanzierten Medien treten würden. "Dass dafür auch noch die Bürgerinnen und Bürger praktisch durch eine Art Zwangsabgabe zur Kasse gebeten werden, ist nicht einzusehen. In meinen Augen hat der SWR das Gebührenmodell längst selbst gebrochen und damit ad absurdum geführt."

Heubach ist der Ansicht, jetzt müsse "ein Aufschrei der Öffentlichkeit" erfolgen, um diesen Schritt des SWR zu verhindern. "Das ist nicht chancenlos", gibt sich der CDU-Kreisvorsitzende überzeugt. Und: "Wir müssen für den Erhalt unserer gesamten kulturellen Vielfalt und Einzigartigkeit kämpfen ! Die Kultur ist ein essentieller Bestandteil menschlichen Lebens und damit der gesamten Lebensqualität."