Horst Reinke, Gründer und Inhaber der Firma Reinke International mit Hauptsitz in Gärtringen, ist unerwartet im 77. Lebensjahr gestorben. Mit ihm verliert sein Unternehmen und die Branche eine Persönlichkeit, die von gediegener Fachkompetenz, Weitblick, schöpferischem Geist und ansteckendem Optimismus geprägt war. Seine Schaffenskraft schien schier unerschöpflich zu sein. Er hinterlässt ein reiches Lebenswerk und hat in den fast 50 Jahren unternehmerischen Wirkens Maßstäbe gesetzt, die mit seinem Namen verbunden bleiben werden. 27 Jahre lang hat sich Horst Reinke auch in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) engagiert und zudem die Arbeit der Partei unterstützt.

 

Horst Reinke entstammt einer hanseatischen Kaufmannsfamilie und wurde 1936 in Bremerhaven geboren. Unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkriegs besuchte er eine kaufmännische Privatschule, lernte bei einer Spedition des Güterfernverkehrsgewerbes seinen Beruf von der Pike auf und war danach als Disponent bei zwei Firmen tätig. Praktisch veranlagt wie er zeitlebens war, machte er alle Führerscheine, einschließlich des Omnibusführerscheins. Außerdem sass er in seinen ersten Berufsjahren, auch nach dem Schritt in die Selbständigkeit, persönlich am Steuer. Zunächst vorwiegend im norddeutschen und nordwestdeutschen Raum tätig, nahm Horst Reinke im Jahr 1961 ein Angebot von Heinrich Jänsch, dem Inhaber der Firma Bullinger in Stuttgart an. Jänsch war auf den jungen und talentierten Horst Reinke aufmerksam geworden und machte ihn zu seinem Geschäftsführer. Hier vertiefte er seine Kenntnisse über den Neumöbeltransport, einem Spezialzweig seiner Branche. Eine entscheidende Weichenstellung für den weiteren Lebensweg des "Jungen von der Waterkant".

Am 15. April 1964 und mit einem Darlehen von 10 000 DM ausgestattet, startete Horst Reinke in Sindelfingen in die Selbständigkeit. Schon im Oktober des Gründungsjahres konnte der zweite Zug angeschafft werden - die steile Karriere von Horst Reinke hatte begonnen, das Wagnis, einen eigenen Betrieb zu gründen, hatte sich als richtig erwiesen. Seine Geschäftsidee, sich ausschliesslich auf den Transport hochwertiger Möbel namhafter Spitzenhersteller zu spezialisieren, war ein Volltreffer. Reinke International ist seit dieser Zeit zu einem Qualitätsbegriff in der Branche geworden. Schwerpunkte des Exportverkehrs sind unter anderem Deutschland, die Schweiz, Österreich, Italien sowie die Benelux-Staaten. In Italiens wirtschaftsstärkster Metropolregion Mailand besitzt Reinke seit 1971 eine eigene Niederlassung.

 

Der stetigen Expansion seines Unternehmens trug Horst Reinke Reinke dadurch Rechnung, daß er 1971 ein rund 12 000 Quadratmeter großes Betriebsgelände in Gärtringen erwarb, auf dem bis zum Einzug im Januar 1973 rund 3 000 Quadratmeter Lagerhallen sowie etwa 800 Quadratmeter Büro- und Werrkstatträume sowie eine Waschhalle entstanden. Eine Entscheidung, die von großer Weitsicht getragen war, denn das Reinke-Gelände an der Robert-Bosch-Strasse in Gärtringen bestach vor allem durch seine außergewöhnliche Standortgunst sowie seine geradezu maßgeschneiderten Erweiterungsmöglichkeiten. Das Unternehmen war und ist damit für alle Herausforderungen der Zukunft gerüstet. 

 

 

Die Reinke-Flotte mit den unverwechselbaren Kennzeichen "BB HR"  ist mit seinen über 100 Fahrzeugeinheiten, die immer dem neuesten Stand der Technik entsprechen und nicht zuletzt den Erwartungen eines zeitgemäßen Umweltschutzes Rechnung tragen, längst zu einem Markenzeichen auf Europas Strassen geworden. Reinke International gilt als Inbegriff der Neumöbelspediteure in der gesamten Transportwirtschaft. Ein hoher Vertreter des Bundesverkehrsministeriums hat einmal - ganz im Sinne der Firmenphilosophie von Horst Reinke - von den "Aristokraten in der Verkehrswirtschaft" gesprochen.

Horst Reinke war ein fürsorglicher Firmenchef, der sich bis zu seinem Tod in der Pflicht sah, für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sorgen. Das entsprach seinem hanseatischen Geist, der ihn auch im inzwischen lieb gewordenen Süddeutschland nie verlassen hat, obwohl er sich nach eigenem Selbstverständnis auch stets als "Junge von der Waterkant" sah.  Weltoffen, unternehmungslustig, ideenreich, zupackend und immer auf höchste Qualität bedacht - so kannte man ihn und so wird man ihn in Erinnerung behalten. Und all diese Eigenschaften zusammen waren das Geheimnis seines beruflichen und geschäftlichen Erfolges.