Der Bundestag hat in der vergangenen Woche einen einheitlichen niedrigen Steuersatz für Mehrgefahrenversicherungen in der Landwirtschaft beschlossen, wie der Böblinger Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger mitteilt. Eine entsprechende Änderung des Verkehrssteueränderungsgesetzes sei mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP beschlossen worden. Künftig werden dadurch Mehrgefahrenversicherungen für Elementarschäden wie Hagel, Sturm, Spätfrost und Starkregen durchgehend nur noch mit 0,3 Promille auf die Versicherungssumme besteuert. 

Bislang war ausschließlich die Hagelversicherung steuerlich begünstigt. Andere Elementarschäden wie Frost oder Starkregen mussten dagegen mit 19 Prozent auf die Versicherungsprämie versteuert werden. Viele landwirtschaftliche Betriebe konnten dies finanziell nicht schultern und verzichteten deshalb auf eine angemessene Risikovorsorge.

"Mit der Änderung wird die Eigenvorsorge gestärkt. Sie stellt eine wesentliche Vergünstigung der Mehrgefahrenversicherung dar und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Agrarwirtschaft in diesem Bereich entscheidend", so Binninger. Mit der neuen Rechtslage würden Landwirte und Winzer nicht länger gegenüber ihren europäischen Wettbewerbern benachteiligt, betonte Binninger. In den meisten EU-Mitgliedstaaten werden Mehrgefahrenversicherungen staatlich unterstützt.

In Folge von Klimaveränderungen haben Wetterextreme zugenommen. In den vergangenen Jahren hatten Ackerbauern und Winzer in Baden-Württemberg durch Spätfröste existenzbedrohende Ernteverlusten zu verzeichnen. "Jetzt wird es Landwirten und Winzern möglich sein, sich zu bezahlbaren Preisen gegen derartige Risiken besser abzusichern", erklärte Clemens Binninger.