Der CDU-Kreisverband Böblingen hat sich am Freitagabend auf einem gut besuchten Kreisparteitag in der Holzgerlinger Stadthalle einstimmig für einen Erhalt des differenzierten Lehramts für Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen ausgesprochen. Gleichzeitig wendet er sich ebenfalls einstimmig gegen die Überlegungen der grün-roten Landesregierung, einen Einheitslehrer einzuführen. Die von den Mitgliedern ohne Gegenstimmen und Enthaltungen beschlossene Resolution hat folg

enden Wortlaut:

 

"Die Expertenkommission der grün-roten Landesregierung zur Lehrerbildung unter dem Vorsitz der früheren Berliner Schulsenatorin Sybille Volkholz (Grüne) hat am 21.3.2013 ihre Empfehlungen vorgelegt. Diese sehen u.a. vor, ein gemeinsames Lehramt Sekundarstufe I und II zu schaffen; jede Lehrkraft soll dabei sowohl die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe I (bis zur 10. Klasse) als auch für die Sekundarstufe II (ab Klasse 10) besitzen.

 

Eine Umsetzung dieser Empfehlungen hätte nach Ansicht des CDU-Kreisverbands Böblingen verheerende Folgen für das baden-württembergische Schulsystem, für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler. Ein derart ausgebildeter Einheitslehrer wäre nicht in der Lage, sich gleichzeitig auf Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen, verschiedener Schularten sowie die unterschiedlichen Bildungsbiographien vorzubereiten.

 

Für den CDU-Kreisverband Böblingen ist klar: Eine vielfältige Gesellschaft braucht differenzierte Bildungsangebote, und differenzierte Bildungsgänge erfordern spezifisch ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Deshalb wird die Landesregierung aufgefordert, an der erfolgreichen Lehrerausbildung mit jeweils eigenständigen Lehrämtern für Grundschule, Haupt-/Werkrealschule/Realschule, Gymnasium und Sonderschule festzuhalten. Nur dadurch können Lehrkräfte bestmöglich qualifiziert werden, um in den verschiedenen Bildungsgängen sachgerecht unterrichten zu können, und nur so gelingt eine leistungsgerechte Förderung der Schüler. Gestärkt werden sollte dabei v.a. die fachliche Kompetenz in der Lehrerausbildung für alle Schularten: Das Fachwissen ist die wesentliche Voraussetzung für die Vermittlung und Umsetzung des fachdidaktischen Wissens.

 

Die Pläne der grün-roten Landesregierung bedeuten einen entscheidenden Schritt in Richtung eines Einheitsschulsystems, in dem es nur noch Gemeinschaftsschulen gibt und in dem für Sonderschulen, Realschulen und Gymnasien kein Platz mehr ist. Grün-Rot setzt damit einen weiteren Schlag gegen Realschulen und Gymnasien. Es besteht die Gefahr, dass der Einheitslehrer die Vorstufe zur Einheitsschule darstellen soll. Der CDU-Kreisverband Böblingen spricht sich für eine Erhaltung und Stärkung der bewährten und leistungsfähigen differenzierten Schularten aus.

 

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Empfehlungen der Expertenkommission mit allen Beteiligten ausführlich zu beraten und im Konsens behutsame Reformen in der Lehrerbildung vorzunehmen. Diese müssen einerseits die hohe Fachlichkeit in der Lehrerbildung sicherstellen, andererseits zu einem Ausbau der bildungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Kompetenzen führen. Das am 25. Januar 2013 von der CDU-Landtagsfraktion vorgestellte Eckpunktepapier ,Auf die Lehrer kommt es an!'  bietet hierfür gute Ansatzpunkte. Die vollständige Umsetzung der Empfehlungen der Regierungskommission wäre der falsche Schritt."