Josef Seethaler aus Weil der Stadt feiert ein sehr seltenes Jubiläum: Nachdem er 1953 in die damals noch sehr junge CDU eingetreten war, kann er dieses Jahr stolz auf 60 Jahre Mitgliedschaft zurück blicken. Bei der Jahreshauptversammlung des Weil der Städter CDU – Stadtverbandes am 29.11.2013 wandte sich der Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger direkt an den Jubilar: „Dass die CDU in Deutschland über viele Jahrzehnte DIE große Volkspartei ist, liegt an Leuten wie Ihnen. Eine Partei wie die CDU lebt von einem treuen Mitgliederstamm, von Menschen, auf die auch jenseits des schnelllebigen Auf und Ab der Tagespolitik Verlass ist!“ Gerade der Südwesten der Republik sei auch deshalb zu einer CDU-Hochburg geworden, weil hier in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts viele Heimatvertriebene eine neue Heimat gefunden haben, ergänzte Wolfgang Heubach vom CDU-Kreisverband. „Sie haben hier nicht nur am Aufbau unserer Partei als solcher erfolgreiche mitgewirkt, sondern auch Wirtschaft, Kommunalpolitik und letztlich die Nachkriegs-Gesellschaft mit geprägt“, so der Kreisvorsitzende weiter.

Josef Seethaler hat sich in Weil der Stadt als Vorsitzender des Bunds der Vertriebenen, vor allem aber auch als Kommunalpolitiker einen Namen gemacht: Schon 1953 wurde er - als damals 25-Jähriger – in den Gemeinderat gewählt, dem er bis zu seinem Rückzug 1980 angehörte, mehrere Jahre davon als stellvertretender Bürgermeister.
So lang wie die Liste seiner Ehrenämter, so lang ist auch die Liste der Auszeichnungen, die Seethaler erhielt: Die Verdienstmedaille des Bundes, die Ehrenmedaille des Gemeindetages und die Bürgermedaille der Stadt Weil der Stadt in Gold sind nur einige Beispiele für die Anerkennung, die sein Wirken mit sich brachte.
„Ich habe Sie als einen aufrechten, verlässlichen Mann kennen gelernt, auf dessen Wort ich mich hundertprozentig verlassen konnte!“ hob der Stadtverbandsvorsitzende Joachim Oehler in seiner Laudatio hervor. „Für uns als CDU - Stadtverband ist es toll, jemand in unseren Reihen zu haben, der in der Kommunalpolitik und im gesellschaftlichen Zusammenleben unserer Stadt Spuren hinterlassen hat und der darüber hinaus auch noch über einen wertvollen Schatz an Wissen und Erfahrungen aus sechs Jahrzehnten Parteigeschichte verfügt“, so Oehler weiter.

Josef Seethaler war nach dem zweiten Weltkrieg mit seiner Mutter und sieben Geschwistern aus seiner Heimat Südmähren vertrieben worden und letztlich - wie viele Heimatvertriebene zu jener Zeit - in Nordwürttemberg und Nordbaden „gestrandet“. Seinen Eintritt in die CDU führt der Jubilar unter anderem auch auf diese Erfahrungen zurück, die ihn prägten: „Ich habe erlebt, welche schrecklichen Folgen Krieg und gewaltsame Vertreibung haben und unter welchen schweren Umständen die Ankunft in der neuen und zunächst fremden zweiten Heimat erfolgte“, so Seethaler. „Größte Aufgabe der Politik ist es, dafür zu sorgen, dass sich solche Katastrophen nie mehr wiederholen. Hierfür braucht es starke Parteien, und stark ist eine Partei nur, wenn viele an ihr und ihr mitwirken. Darum – und weil ich vor Ort politisch mitgestalten wollte – bin ich in die CDU eingetreten.“
Schon lange hat der mittlerweile 85-Jährige in Weil der Stadt und in der CDU eine neue Heimat gefunden. Beiden bleibt er treu. „Im Rückblick kann ich sagen, es hat sich gelohnt, bei der CDU mitzumachen. Und nur weil ich jetzt geehrt werde, heißt das nicht, dass ich jetzt zu allem den Mund halte!“, droht Seethaler schelmisch. „Auch weiterhin werde ich mein Wissen und meine Erfahrung einbringen, wenn ich den Eindruck habe, es wäre nötig!“
Als Anerkennung für 60 Jahre Mitgliedschaft in der CDU überreichte Oehler im Namen der Bundespartei und des Stadtverbands eine Dankurkunde und die Ehrennadel der CDU sowie ein kleines Präsent.