Die CDU unterstützt eine Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn – allerdings nur zwischen Calw und Weil der Stadt und nur, wenn bei einer Verlängerung bis Renningen ein objektiver Faktencheck keine gravierenden Nachteile für Weil der Stadt, Malmsheim und Renningen und die Anwohner an der Strecke ergeben! Dies ist das Ergebnis eines Informationsgespräches im April, an dem auf Einladung des Stadtverbandsvorsitzenden der Weil der Städter CDU, Joachim Oehler, der verkehrspolitischer Sprecher der CDU im Regionalparlament Rainer Ganske, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Böblinger Kreistag und Regionalrat Helmut Noe, der Fraktionsvorsitzender der Weil der Städter CDU-Gemeinderatsfraktion Martin Buhl sowie Bürgermeister Thilo Schreiber teilgenommen haben.


Alle Beteiligten waren sich einig, dass eine Weiterführung der Hermann Hesse Bahn bis Renningen eine Gefahr für das gesamte, schon bisher "auf Kante" genähte S-Bahnnetz darstellen wird. „Die zwischen Weil der Stadt und Malmsheim nur eingleisige Streckenführung ist das berühmte Nadelöhr, das das gesamte Fahrplan - Gefüge ins Wanken bringen kann“, stellen BM Schreiber und die Vertreter der örtlichen CDU fest. „Wir fordern als echte Entscheidungsgrundlage einen unabhängigen Stresstest sowie eine unabhängige Untersuchung der Pendler- und Fahrgastzahlen!“ so Oehler weiter.

Sollte die Hesse – Bahn bis Renningen fahren, könne durchaus die Gefahr bestehen, dass der VVS Malmsheim und Weil der Stadt vom S-Bahn-Netz abhänge, um sich einerseits die zeitraubende Zusammenführung der S 6 / S 60 (Flügelung bzw. Kupplung) in Renningen zu sparen und andererseits die Fahrplantaktung zu gewährleisten. Die S 6/S 60 würde dann direkt – ohne Flügelung in Renningen – zwischen Stuttgart und Böblingen verkehren, so die Einschätzung von BM Schreiber. „Dieses Ergebnis würde bedeuten, dass Weil der Städter Pendler nur noch über die halbstündlich verkehrende Hesse – Bahn Anschluss nach Stuttgart hätten. Diese deutliche Verschlechterung ist nicht zumutbar, und schon allein deshalb kommt eine Verlängerung der Hesse – Bahn über Weil der Stadt hinaus für uns nicht in Frage“, stellt Martin Buhl klar.

„Auch bahnbetriebstechnisch machen eine zwischen Weil der Stadt und Renningen kurz hintereinander verkehrende S-Bahn / Hesse Bahn wenig Sinn“, erläutert Helmut Noë. Die jeweiligen Fahrgäste wären spätestens in Renningen die gleiche Schnittmenge. „Die Pendler aus Calw würden in jedem Fall warten müssen, ob in Weil der Stadt oder in Renningen, da die Hesse Bahn grundsätzlich vor der S-Bahn fahren würde“, erklärt Rainer Ganske das Dilemma.

Zudem könnten bei den aktuellen Gegebenheiten die Fahrgäste aus Calw bereits heute in Weil der Stadt auf dem gleichen Bahnsteig in die S 6 umsteigen bzw. in Renningen in die S 60 wechseln. Würde die Hesse Bahn dagegen bis Renningen fahren, könnte sie dort aufgrund der engen Fahrplantaktung nicht an einem bestehenden Bahnsteig halten. Es müsste also für viel Geld ein neuer Bahnsteig gebaut werden, und der Wechsel auf die wartende S 60 müsste unbequem und zeitaufwändig über Treppen und eine Unterführung erfolgen. "Ein komfortabler Umstieg sieht anders aus!“ stellt Joachim Oehler fest.

Der geplante Dieselbetrieb entlang von Wohngebieten ist für die CDU nicht hinnehmbar. „Hier setzt der CDU Stadtverband ohne wenn und aber auf einen elektrifizierten Betrieb und überparteilich auch auf die Unterstützung des grünen Verkehrsministers!“ so Oehler weiter.

Ein weiteres Thema war auch die Kostenfrage. Hier haben sich sowohl Ganske als auch Noë ganz klar positioniert. Für ihre jeweiligen Fraktionen wird eine weitere Kostenbeteiligung an der Hesse Bahn nicht in Frage kommen.

Zum Schluss baten BM Schreiber sowie die CDU Weil der Stadt darum, weiter im Gespräch zu bleiben und zeitnah alle Informationen auszutauschen. Für die CDU Regional- sowie die CDU Kreistagsfraktion haben Ganske und Noë unmissverständlich klar gestellt, die berechtigten Anliegen von Weil der Stadt zu unterstützen.