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Biogas – eine wichtige Säule der Energiewende!

Trotz des Wechsels von Sonnenschein und starkem Regen nutzten über 60 Personen die Gelegenheit, sich am 2.8.23 bei einer Podiumsdiskussion der CDU Weil der Stadt auf dem Biogas- und Landwirtschaftsbetrieb Weiß aus erster Hand über Potentiale, Vor- und Nachteile der Bioenergie zu informieren. Allein dies zeigt, dass die anstehende Energiewende die Menschen bewegt!

Zunächst erläuterten Rolf und Frank Weiß bei einer Führung, wie aus Biomasse Strom generiert wird. Obwohl es sich um eine relative kleine Anlage handelt, würde die produzierte Energie reichen, um z.B. 700 Haushalte im nahen Wohngebiet mit Strom zu versorgen – zuverlässig und rund um die Uhr! Zu Beginn der Podiumsdiskussion führte der Moderater und Vorsitzende der Weiler CDU Joachim Oehler in das Thema ein. Zunächst veranschaulichte er u.a. mit den Zahlen des Energiemonitors der Netze BW den Energieverbrauch sowie die Energieerzeugung im gesamten Stadtgebiet von Weil. „Die Biogasanlage der Familie Weiß hat in 2021 insgesamt 2,8 % des Energiebedarfs von Weil erzeugt. Eine beeindruckende Zahl für diese Anlage!“, so Oehler in seinen Ausführungen. Die Staatssekretärin und Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz verwies auf die Biogas-Strategie der CDU. Es gelte, „den schlafenden Riesen zu wecken“. Großer Vorteil sei die Verfügbarkeit rund um die Uhr. Bestehende Zielkonflikte – etwa zum Flächenverbrauch für „Energiepflanzen“  - können und müssen aufgelöst werden.

Für Reinhold Haser, Umwelt- und Energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, liegt der große Vorteil in der nachfrageorientierten Bereitstellung von Bioenergie. Gerade dann, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht, steht Strom aus Biomasse zuverlässig zur Verfügung. Notwendig wäre, Technik und gesetzliche Rahmenbedingungen so fortzuentwickeln, dass auch „Bioabfall“ – z.B. Lebensmittelreste, in Energie umgewandelt werden könne.

Für die kommunalen Stadtwerke wies Dr. Karl-Peter Kauffmann, Leiter der Stadtwerke Sindelfingen, eindringlich darauf hin, dass wir es uns als Gesellschaft nicht leisten können, beim bestehenden „Energiehunger“ auf ein Mosaiksteinchen zu verzichten. Biogas ist ein solches unverzichtbares Mosaiksteinchen. Gleichzeitig müsse man realistisch bleiben: Bis zur endgültigen Umsetzung der Energiewende werden noch zwei Generationen ins Land gehen.

Frank Weiß, der Betreiber der Biogasanlage, forderte von Seiten der Politik mehr Unterstützung. Dabei ginge es weniger ums Geld, sondern um die ausufernde Bürokratie. Die Genehmigungsbehörden arbeiten mit „Schließungsandrohungen“, wenn Auflagen nicht erfüllt werden. Hilfreich wäre Unterstützung durch die Behörden, wie bestimmte Auflagen erfüllt werden können.

Die abschließenden Fragen von Seiten der Besucher deckten die gesamte thematische Breite der Energiewende ab – von Versorgungssicherheit über Artenschutz bis zu gesellschaftspolitischen Zielkonflikten.

Als Resümee führte Joachim Oehler aus, dass für die kommunale Wärmeplanung jede Möglichkeit genutzt werden muss und Biogasanlagen hierbei eine der vielen Chancen bieten. Ein großes Dankeschön von Seiten der CDU an die Familie Weiß für die aktive Mitgestaltung der Veranstaltung und allen Besuchern für den Austausch und das Interesse!

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